Diablo als Handygame

Diablo Immortal – Kommerz statt Herz?

Nun ist es also soweit: Mit Diablo Immortal bringt Blizzard einen Ableger des Action-Rollenspiels für mobile Endgeräte als MMOARPG heraus. Aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll, für Casual-Gamer okay, doch für Core-Fans offenbar schwer erträglich.

Freynan
Diablo-Immortal-Boss-Fleisch In Original-Größe anzeigen
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Nachdem Entwickler Blizzard nun Diablo 3 noch einmal für die Nintendo Switch aufgewärmt hat, schicken sich die Entwickler an, den größten Casual-Gaming-Markt der Welt zu bedienen: Smartphones. Dabei setzen die Entwickler nicht etwa auf ein völlig neues Konzept, sondern bedienen sich auch hier beim bereits mehr als 5 Jahre alten Diablo 3. Salopp könnte man Diablo Immortal auf Basis der ersten Videos und Screenshots auch einfach als Diablo 3 für’s Handy bezeichnen – obgleich unterschiedliche Game-Mechaniken dagegensprechen.

Diablo-Immortal-Logo

Der Cinematic Trailer zu Diablo: Immortal: Bombastisch und gut. Blizzard-Qualität eben. Die Gameplayszenen an sich: schick und ansprechend.

Diablo Immortal Gameplay Trailer

Diablo Immortal Cinematic Trailer

Dennoch ernten beide Diablo Immortal Trailer auf Youtube mehr Dislikes als seinerzeit Bibis „How it is (wap bab)“. Doch genau dieser Vergleich deckt das Dilemma auf: Mit mehr als 55. Mio. Aufrufen und knapp 3 Mio. Downvotes ist Bibis „Gesangsübung“ ein absoluter Erfolg – und Diablo Immortal wird für Blizzard genau das werden: aus wirtschaftlicher Sicht ein Erfolg.

Diablo-Immortal-Handy-Game-Dämonenjäger-Kampf

Screenshot von Diablo Immortal in Ingame Grafik. Dämonenjäger im Kampf. Barbar, Kreuzritter, Zauberin, Dämonenjägerin und Hexendoktor fehlen als Klassen auch im Handy-Game nicht.

Blizzard ahnte wohl schon im Vorfeld, dass eine Ankündigung eines Diablo Handy-Games wohl bei den Core-Gamern und eingefleischten Blizzard Fans während der BlizzCon nicht ganz den Erwartungen entsprechen könnte – und versuchte diese zu dämpfen. Man ließ wage durchklingen, dass Diablo 4 sich in der Entwicklung befinden könnte – denn darauf warten die Fans und auf nichts anderes – aber auf der Messe selbst nichts derart spektakuläres zu erwarten sei.

Blizzard: Die Leidenschaft ist kaum mehr spürbar

Blizzard-Offizielle lesen von Telepromptern unentwegt Wörter wie Leidenschaft, Emotion und Gemeinschaft ab, doch wirken dabei wie Roboter – eben gänzlich emotionslos. Auch die Stimmung im Publikum ist entsprechend. Fans sollen unbedeutende Neuerungen beklatschen und sich über aufgewärmten Kaffee freuen: Remakes. WoW Classic, Warcraft 3 Reforged, neue Heldenskins und soweiter und sofort.

Die packende Magie, mit der man die ersten BlizzCons verfolgte, die Vorfreude auf große Ankündigungen: verfolgen! Die Erinnerung an „die gute alte Zeit“ macht es noch unerträglicher. Blizzard ist auf dem Emotionslevel eines „EA Showcase“ angekommen. Routiniert wird eine immer größere Kommerz-Maschinerie beworben und ein Produkt nach dem anderen vorgestellt.  Die Eröffnungsszeremonie geriet zu einem öden und langatmigen Pflichtprogramm.

Diablo Immortal BlizzCon 2018 Q&A

Emotionaler wurde es bei einer Fragerunde zu Diablo Immortal. Hier blitzten dann doch mal hie rund da Emotionen des Publikums durch. Doch anders als Blizzard diese bisher gewohnt war.

Buhrufe – wenn auch verhalten – gab es noch nie während einer der Informationsveranstaltungen der BlizzCon. Auch die Frage eines Messe-Besuchers, „ob es sich bei Diablo Immortal um einen verspäteten Aprilscherz handele„, war so bisher undenkbar. Man muss immerhin bedenken, die BlizzCon ist eine Messe für absolute Fans der Marken von Blizzard. Sie sind bereit mehr als 100 $ für ein Ticket auszugeben. Wirkliche Kritik war man von dieser Seite ehr daher nicht gewohnt.

Viel Geschrei um nichts

Im Netz schießen erste Petitionen aus dem Boden und Unmutsbekundungen füllen Foren, Gruppen und Kommentarbereiche. Doch Blizzard hat in den letzten 20 Jahren gelernt, dass die lauten Fans nur eine geringe Minderheit sind. Die stillen Käufer hingegen sind es, die dem Publisher Activision Blizzard immer gewaltigere Gewinne bescheren.

Am Ende wird Diablo fürs Android und iOS sicherlich eines der besten Spiele auf dem mobilen Sektor sein und ein finanzieller Erfolg (Ungeachtet, ob Gerüchte stimmen, dass hier lediglich einem alten Asia-RPG Diablo-Skins übergezogen wurden). Asien liegt klar erkennbar im strategischen Fokus. Blizzard sieht die Zukunft im asiatischen Markt mit seiner gänzlich anderen Gaming-Kultur. Mobile Gaming mit der Marke Diablo nicht zu bespielen wäre geradezu fahrlässig – aus ökonomischer Sicht. Am Ende ist Blizzard nämlich den Aktionären verpflichtet – und die wollen maximale Rendite. Eben: „Kommerz statt Herz!“.

Zur Offiziellen Diablo Immortal Website geht es hier.

Zum Release-Termin von Diablo Immortal gibt es aktuel noch keine belastbaren Angaben.

Spannender Hintergrundartikel: Die Zukunft der Marke Diablo

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